Details "Nebenprodukt" der Teilchenphysik als wirkungsvolle Krebstherapie
18.11.2004
AUSTRON, die Vision des österreichischen Teilchenphysikers Meinhard Regler, findet in MedAustron einen ersten Konkretisierungsschritt. Am 16. November 2004 passierte das in Wiener Neustadt geplante Krebstherapie- und Forschungszentrum "MedAustron" den Ministerrat. Die Idee, die Hochtechnologie, die für die Erforschung der Materie enwickelt wurde, einer für den Menschen segensreichen Nutzung zuzuführen, beginnt sich damit durchzusetzen. Der im MedAustron mit Hilfe eines Teilchenbeschleunigers (siehe obiges Bild) erzeugte, hochenergetische Protonenstrahl eignet sich in bisher unerreicht schonungsvoller Weise zur Bekämpfung von Tumorzellen. Seine zerstörende Wirkung kann präzise auf die Krebszellen konzentriert werden und das benachbarte, gesunde Gewebe geschont.
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Meinhard Regler erinnert sich:
MedAustron war von Anfang an als Teilprojekt von AUSTRON konzipiert, doch fehlten für eine detaillierte Studie vorerst die Mittel. Eine ("stand alone“) Machbarkeitsstudie wurde erst in den Jahren 1996 bis 1999 vorn Verein AUSTRON erarbeitet. Im Vorstand wurde Richard Pötter (AKH Wien) zum Projektleiter ernannt und Peter Lukas (AKH Innsbruck) wurde zweiter Vizepräsident des Vereins.Die erste substanzielle Unterstützung für MedAustron erhielt der Verein von der Stadt Wiener Neustadt, der bald eine großzügige Unterstützung des Landeshauptmanns von Niederösterreich, Erwin Pröll, folgte, der langsam, aber sicher zum Vater des Projektes wurde. Das regionale lnnovationszentrum RIZ stellte die Büro Infrastruktur zur Verfügung. Operativ lagen die Studien in der Verantwortung von Thomas Auberger (Innsbruck) und die Gesamtverantwortung für das Büro beim damaligen ersten Vizepräsidenten des Vereins, Meinhard Regler. Im März 1999 wurde die Machbarkeitsstudie veröffentlicht (Gesamtherausgeber Richard Pötter, Thomas Auberger und Meinhard Regler).
Im Oktober 1995 beschlossen Vertreter des italienischen Projekts TERA (LeiterUgo Amaldi) und von MedAustron in Wien die Anstrengungen im Beschleunigerbereich bei CERN in Genf zusammenzulegen. CERN stellte den Leiter der Arbeitsgruppe, Phil Bryant, zur Verfügung, was für den hervorragenden Erfolg dieser Studie entscheidend war (Österreich war mit drei Dissertanten vertreten). Zahlreiche Österreicher in Genf opferten viel Freizeit um die Studie zu unterstützen (hier seien insbesondere Horst Schönauer und der frühere Dissertant Michael Benedikt erwähnt). Das Büro beim RIZ wurde im April 2001 geschlossen und die Verantwortung für dieses Projekt ging an die "fotec " (Geschäftsführer Erich Griesmayer) und an die Ärzteschaft über. Thomas Auberger war abermals führender Konsulent im Bereich Radioonkologie und der österreichische Beschleunigerphysiker Albin Wrulich (PSI Villigen und ETH Lausanne) übernahm die Koordination im Bereich „Beschleuniger".
Der eindrucksvolle Abschlussbericht wurde im Juni dieses Jahres von Thomas Auberger und Erich Griesmayer präsentiert und bildete die Basis der bahnbrechenden Entscheidung für die Errichtung von MedAustron.
Ich hoffe, dass durch den Aufbau eines hoch kompetenten Beschleunigerteams in Österreich auch ein entscheidender Schritt in Richtung des Physikzentrums AUSTRON getan ist! Vorerst könnte am MedAustron Beschleuniger ein regional – internationales Zentrum für Detektorentwicklung entstehen. "